SPD Gerlingen

 

Gedenken am Blosenberg

Veröffentlicht in Ortsverein

Am heutigen 27. Januar 2018 jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Nachfolgend die Gedanken des Vorsitzenden des Gerlinger SPD-Ortsvereins Joachim Thomas bei der Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte Blosenberg in Leonberg.

Gedenken am Blosenberg

„Mit Fassungslosigkeit müssen wir eine Entwicklung in Österreich zur Kenntnis nehmen: da spricht der FPÖ-Innenminister davon, Flüchtlinge in Lagern zu „konzentrieren“. Und die Burschenschaft des FPÖ-Spitzenkandidaten für Niederösterreich Udo Landbauer, hat in ihrem Liederbuch Liedtexte mit unglaublichen Texten verwendet. Zwei Beispiele: „Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: “gebt Gas, ihr alten Germanen wir schaffen die siebte Million.““ Oder: „Da schritt in ihre Mitte ein schlitzäugiger Chines´: „Auch wir sind Indogermanen und wollen zur Waffen-SS.““

Oder Bernd Höcke, thüringischer Vorsitzende der AfD. Er spricht sich für eine 180-Grad-Wende in der deutschen Erinnerungskultur aus und nennt das Berliner Holocaust-Denkmal ein „Denkmal der Schande“

In beiden Parteien, FPÖ in Österreich und AfD in Deutschland wird versucht, diese Aussagen zu relativieren oder gar die Beziehungen von Funktionsträgern der Partei zu Neonazigruppen zu leugnen und die Spuren zu verwischen.

Dem müssen wir unsere Erinnerung entgegensetzen, müssen verhindern, dass die Spuren verwischt werden. Reden wir nicht daran vorbei. Die AfD ist nicht rechtspopulistisch, sondern rechtsradikal und in Teilen rechtsextremistisch. Hier darf es keine Verharmlosung geben. Sie sitzen im Bundestag, um unsere Demokratie von innen auszuhöhlen und zu zerstören. Ein zweites Mal dürfen wir unser Land rassistischen Menschenhassern nicht in die Hände geben.

Hier an diesem Ort, der Gedenkstätte Blosenberg, erinnern wir uns an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft unterdrückt, verfolgt und umgebracht wurden. Und wir halten daran fest, dass wir eine humane Zukunft ohne eine erinnernde „anamnetische Vernunft“ (Johann Baptist Metz) nicht gestalten können. In den Worten von Th. W. Adorno: „Das Bedürfnis, Leiden beredt werden zu lassen, ist Bedingung aller Wahrheit.“

Lasst uns in Stille der Opfer gedenken und die Würde aller Menschen bekräftigen.“