SPD feiert 120jähriges Jubiläum

Veröffentlicht am 21.03.2012 in Ortsverein
120 Jahre SPD OV
Andrea Nahles beim Festvortrag

SPD seit 1892 in Gerlingen

Am 4.Januar 1892 wurde der sozialdemokratische Ortsverein unter dem Namen "Arbeiterverein Gerlingen" gegründet.
Mit einem Festakt im Sitzungssaal des Gerlinger Rathauses feierte die SPD Gerlingen am vergangenen Freitag ihr 120jähriges Bestehen. Über 100 Gäste nahmen an der Feier dieses Jubiläums teil. Besonders begrüßen konnte der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Bleicher die Generalsekretärin der SPD Andrea Nahles aus Berlin, die sich diesen besonderen Anlass nicht nehmen ließ, nach Gerlingen zu kommen – nicht zum ersten Mal, wie Bleicher in seiner Begrüßung feststellen durfte. Und dass sie auch stolz ist auf diese Tradition der ältesten Partei Deutschlands, die im nächsten Jahr ihr 150jähriges Jubiläum feiert, wollte und konnte Andrea Nahles, die sich zuvor ins Goldene Buch eingetragen hatte, in ihrem Grußwort nicht verbergen. 120 Jahre seit der Gründung seien dabei aber auch in der SPD mit ihren insgesamt 10.000 „Filialen“ ein besonderes Ereignis für eine zum Gründungszeitpunkt noch kleine Gemeinde wie Gerlingen. Üblicherweise entstanden zu dieser Zeit die sozialdemokratischen Arbeitervereine eher in den Großstädten. Anhand der Chronik in der nicht nur von Andrea Nahles sehr gelobten Festschrift machte sie aber deutlich, dass auch nach 120 Jahren genügend zu tun bleibt um die alten sozialdemokratischen Werte Solidarität und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft umzusetzen.

Zu diesem Thema hatte zuvor in seinem Grußwort bereits der Hausherr, Bürgermeister Georg Brenner, einen anderen Sozialdemokraten, der Gerlingen besucht hatte, in Erinnerung gerufen. Der spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte bei seinem Besuch in Gerlingen 1986 bei seinem Eintrag ins Goldene Buch seine Begeisterung über Gerlingen dadurch zum Ausdruck gebracht dass er darauf hinwies dass Gerlingen zeige, dass man mit Wohlstand auch sinnvoll umgehen könne.
Brenner gratulierte nicht nur der Partei zu diesem Jubiläum, sondern bedankte sich besonders bei den Mitgliedern der SPD im Gemeinderat.

Anschließend gratulierte Gerébi Àkos, der mit einer kleinen Delegation der Sozialistischen Partei Ungarns aus der Partnerstadt Tata zum Jubiläum gekommen war, und dankte für die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Parteien seit vielen Jahren.

Ebenfalls aus Tata angereist war der Esterhazy Chor, der den Festakt stimmungsvoll musikalisch gestaltete und begeisterten Applaus für seine Darbietungen erntete. Mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“ und der Einladung mitzusingen leitete der Chor zum Festvortrag über, den der Stuttgarter Publizist Karl Geibel hielt.
In seinem anspruchsvollen Vortrag, in dem er in einem ausgedehnten historischen Rückblick die Bedeutung der Pressefreiheit und ihre ständige Bedrohung ausleuchtete, wies er auch angesichts aktueller Vorgänge in Deutschland auf die ständige Aufgabe der Medien hin, „aufzuhellen“ und die Dinge, wie sie sich wirklich verhalten, darzustellen. Die SPD mit ihrer Tradition der Aufklärung sei immer ein Partner derer, die für Meinungsfreiheit eintreten, gewesen.
Nach einigen Dankesworten der stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden Barbara Günther und der Einladung zum anschließenden gemütlichen Ausklang im Foyer des Rathauses beendete der Esterhazy Chor mit der Europäischen Hymne, der Ode „An die Freude“ den offiziellen Teil des Festaktes.