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SPD Ortsverein im Gespräch mit ehemaligem Gerlinger Imam Kaplan und Herrn Ipek von DITIP
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SPD Ortsverein im Gespräch mit ehemaligem Gerlinger Imam Kaplan und Herrn Ipek von DITIP
Der Islam ist auch in Gerlingen etwas ganz Alltägliches geworden. Kollegen, Nachbarn, Klassen- oder Sportkameraden – im Bekanntenkreis gibt es oft Menschen islamischen Glaubens. „Der Islam gehört zu Deutschland“ bestätigte richtigerweise auch vor Kurzem unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Eine solche Aussage dürfte eigentlich kaum Aufmerksamkeit erregen, sollte man meinen. Dem stehen jedoch die Nachrichten gegenüber, die wir beinahe täglich in der Zeitung lesen oder im Fernsehen sehen: Islamistische Terrorgruppen wie Al Kaida, Islamischer Staat (IS) oder Boko Haram beeinflussen die öffentliche Wahrnehmung des Islam. PEGIDA ist z. B. ein Beleg dafür, dass ein gewisses Misstrauen und diffuse Ängste in Teilen der christlichen Bevölkerung vorhanden sind. Auch wenn PEGIDA in der Region Stuttgart glücklicherweise keine große Unterstützung findet, heißt das nicht unbedingt, dass es deswegen generell keine Berührungsängste gibt. Es mag durchaus befremdlich wirken, wenn man z. B. in Stuttgart Frauen sieht, die eine Burka tragen. Wie passen diese Eindrücke zusammen? Warum gibt es derart unterschiedliche Auslegungen des Islams? Begünstigt der Islam den Terrorismus? Sollte es einen Islam-Unterricht an Schulen geben? Wie nehmen Gerlinger Muslime Mohammed-Karikaturen wahr?
Solche Fragen wollten wir im SPD-Ortsverein diskutieren. Daher haben wir vergangene Woche Vertreter des türkisch-islamischen Kulturzentrums Gerlingen zu uns eingeladen, um die Fragen unserer Mitglieder zu klären und dabei auch die Grundlagen der zweitgrößten Weltreligion mit weltweit ca. 1,6 Mrd. Mitgliedern besser kennen zu lernen. Herr Kaplan, ehemaliger Imam in Gerlingen, und Herr Ipek, Landesbeauftragter für interkulturelle Zusammenarbeit der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIP Württemberg e. V. haben geduldig und mit großer Fachkenntnis die Fragen der anwesenden SPD-Mitglieder beantwortet. Auch der SPD-Kreisvorsitzende des Landkreises Ludwigsburg, Lars Bartheit, nahm am Gespräch teil.
Leider können hier nicht alle Einzelheiten der interessanten und aufschlussreichen Diskussion widergegeben werden. Eine wichtige Erkenntnis des Gesprächs ist jedoch, dass es im Islam – wie im Christentum – unterschiedliche Glaubensströmungen gibt und prinzipiell jeder Gläubige selbst entscheidet, wie stark er sein Leben an der Religion ausrichten möchte. Natürlich spielen auch Tradition und andere gesellschaftliche Einflüsse sowie die Erziehung eine wichtige Rolle dafür, wie der Koran interpretiert und der Glauben gelebt wird. Das ist aber kein grundlegender Unterschied zum Christentum. Vor allem der islamistische Terrorismus ist nicht mit dem Koran begründbar. Unter Terrororganisationen wie dem Islamischen Staat (IS) müssen auch Menschen mit islamischem Glauben leiden. Unterstützung finden solche Gruppen vor allem bei Menschen, die in unserer Gesellschaft für sich keine Perspektive sehen. Nicht „der Islam“ ist eine Gefahr, sondern die Terrorgruppen, die den Islam für ihre Zwecke missbrauchen.
Deutlich wurde im Gespräch vor allem eines: Trotz teilweise unterschiedlichen Ansichten ist es wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben. Das werden wir tun.
Für die SPD
Frank Moll
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